Der erste Termin mit Substanz

Die Reise mit dem Zug nach Solothurn war bereits eine Erfahrung für sich. So vieles ging mir durch den Kopf; so viele Höhen und Tiefen; so viele Fragen ohne Antwort. Und je näher ich meinem Ziel kam, desto stärker krampfte mein Magen.

Pünktlich angekommen, sitze ich nun morgens in einem hellen Raum mit hohen Decken. Gardinen vor den Fenstern sorgen für Privatsphäre, die Teppiche am Boden schlucken den Schall und erinnern mit ihrer roten Farbe an die Anfänge der Psychoanalyse. Freud mochte auch Orientteppiche, wie man sich heute noch in Wien überzeugen kann. Auf Regalen Fundstücke von Stränden, Muscheln, Steine. Einige Blattpflanzen – darunter eine fleissig wachsende Monstera – stehen verteilt im Raum. Gleich neben der Tür findet sich ein zierliches Sofa und lädt zum Verweilen ein. Zwei Clubsessel stehen bereit. An der Wand angebracht, ein Farbenrad aus Holz, das in allen Regenbogenfarben leuchtet. Die Mitte ist frei.

Da sitze ich also, mein Blick wandert und ich merke, das hier ist ein Ort, der zum Seelenwandern auffordert. Alle Gegenstände im Raum sind platziert, damit das Ich Wege der Assoziation entdeckt und in Kontakt mit einem Therapeuten neue Gedankenpfade wagt.

Auf dem Boden liegt eine Matratze bereit. Das wirkt etwas befremdlich, aber mir wurde gesagt, dass nach der Einnahme von LSD der Körper am besten liege, während der Geist auf Reisen geht.

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